Sri Lanka ist klein und trotzdem gibt es Gegenden, in die praktisch kein Reisender fährt. Hier sind sie, mit Anfahrt und ehrlicher Einordnung.
Delft Island
vor Jaffna, Norden
Wilde Ponys, die von den Portugiesen zurückgelassen wurden, Mauern aus Korallenstein, ein Baobab, der nicht nach Sri Lanka gehört, und die Ruine eines holländischen Forts. Fünftausend Menschen leben hier, Besucher kommen fast keine.
- Anfahrt
- Fähre ab Kurikadduwan, 1 Std., mehrmals täglich
- Beste Zeit
- Mai bis September
- Betten
- Kaum etwas, am besten als Tagesausflug ab Jaffna
- Für wen
- Reisende im Norden, Fotografen, alle mit Sinn fürs Abseitige
Pigeon Island
vor Nilaveli, Ostküste
Ein Nationalpark aus zwei Inseln mit einem Korallenriff, das direkt am Strand beginnt. Schwarzspitzen-Riffhaie schwimmen in knietiefem Wasser, dazu Meeresschildkröten und über hundert Korallenarten.
- Anfahrt
- Boot ab Nilaveli, 20 Min.
- Beste Zeit
- Mai bis September
- Betten
- Keine, Unterkunft in Nilaveli oder Uppuveli
- Für wen
- Schnorchler, Familien, Reisende im europäischen Sommer
Kalpitiya und die Bar Reef
Nordwestküste
Eine Halbinsel mit Lagune auf der einen und offenem Meer auf der anderen Seite. Das größte Riff Sri Lankas liegt davor, von November bis April ziehen Spinnerdelfine in Schulen von mehreren hundert Tieren vorbei, und die Lagune ist eines der besten Kitesurfreviere Asiens.
- Anfahrt
- 3 Std. von Colombo oder Negombo mit dem Auto
- Beste Zeit
- Mai bis Oktober fürs Kiten, November bis April für Delfine
- Betten
- Zeltcamps und einige Resorts an der Lagune
- Für wen
- Kitesurfer, Delfinbeobachter, Reisende abseits der Standardroute
Knuckles Range
östlich von Kandy
Ein Bergmassiv mit Nebelwald, Reisterrassen und Dörfern, in denen noch mit Wasserbüffeln gearbeitet wird. Unesco-Welterbe, mehrtägige Wanderungen möglich, und trotzdem kommen fast nur Einheimische her. Das grüne Gegenstück zum trockenen Kulturdreieck.
- Anfahrt
- 1,5 Std. ab Kandy mit dem Auto
- Beste Zeit
- Januar bis März und Juli bis September
- Betten
- Einfache Lodges und Homestays in Meemure
- Für wen
- Wanderer, Vogelbeobachter, zweite Sri-Lanka-Reise
Meemure
im Knuckles-Massiv
Ein Dorf, das bis 2000 keinen Strom hatte und bis heute nur über eine schlechte Piste erreichbar ist. Dreihundert Einwohner, eine Schule, kein Mobilfunk in Teilen des Tals. Man schläft bei Familien und wandert mit Dorfbewohnern.
- Anfahrt
- 3 Std. ab Kandy, letzte Strecke nur mit Allrad oder Tuk-Tuk
- Beste Zeit
- Januar bis März
- Betten
- Homestays, sehr einfach
- Für wen
- Reisende, die wirklich raus wollen und mit einfach zurechtkommen
Wilpattu
Nordwesten
Der größte Nationalpark des Landes, benannt nach seinen natürlichen Seerosenteichen. Leoparden, Lippenbären, Elefanten und Sambarhirsche, dazu ein dichter Wald, der ganz anders aussieht als das offene Yala. Vor allem aber: ein Bruchteil der Fahrzeuge.
- Anfahrt
- 1 Std. ab Anuradhapura, 3,5 Std. ab Colombo
- Beste Zeit
- Februar bis Oktober
- Betten
- Zeltcamps und Lodges am Parkrand
- Für wen
- Alle, die eine Safari und keine Kolonne wollen
Kumana
Südosten, neben Yala
Der östliche Nachbar von Yala, erreichbar über Arugam Bay. Ein Mangrovensumpf mit riesigen Vogelkolonien, dazu Elefanten und gelegentlich Leoparden. Während in Yala zweihundert Jeeps stehen, sind es hier an guten Tagen zehn.
- Anfahrt
- 1 Std. ab Arugam Bay
- Beste Zeit
- Mai bis September
- Betten
- Keine im Park, Unterkunft in Arugam Bay oder Panama
- Für wen
- Vogelbeobachter, Surfer mit einem freien Tag
Adam's Peak
Zentrales Hochland, 2.243 m
Ein Berg, der für Buddhisten, Hindus, Muslime und Christen heilig ist, jeweils aus einem anderen Grund. Fünftausend Stufen, bestiegen in der Nacht, oben der Sonnenaufgang und dann der perfekte dreieckige Schatten, den der Berg auf die Ebene wirft.
- Anfahrt
- Basis ist Dalhousie, 2 Std. ab Hatton, dieses per Zug ab Kandy
- Beste Zeit
- Dezember bis Mai, in der Pilgersaison nachts beleuchtet
- Betten
- Einfache Gästehäuser in Dalhousie
- Für wen
- Wer eine Nacht wach bleiben und ernsthaft steigen will
Sinharaja
Südwesten
Der letzte große Primärregenwald der Insel, Unesco-Welterbe. Über die Hälfte der endemischen Arten Sri Lankas leben hier, viele davon nirgends sonst auf der Welt. Man geht nur mit Guide hinein, und das ist auch gut so.
- Anfahrt
- 2,5 Std. ab Galle oder Ella
- Beste Zeit
- Januar bis April und August bis September
- Betten
- Lodges in Deniyaya und Kudawa
- Für wen
- Vogelbeobachter, Naturfotografen, Regenwaldinteressierte
Mannar
Nordwesten, Landbrücke nach Indien
Eine Insel, die über einen Damm erreichbar ist und von der aus die Adamsbrücke Richtung Indien zeigt, eine Kette aus Sandbänken. Baobabs, die arabische Händler mitbrachten, ein portugiesisches Fort und Flamingos in der Lagune.
- Anfahrt
- 3 Std. ab Anuradhapura, auch per Zug
- Beste Zeit
- Dezember bis März für Flamingos
- Betten
- Wenige einfache Häuser
- Für wen
- Vogelbeobachter, Reisende auf dem Weg nach Jaffna
Nainativu und Nagadeepa
vor Jaffna
Eine kleine Insel, auf der ein buddhistischer und ein hinduistischer Tempel nebeneinanderstehen, beide bedeutende Pilgerziele. Für eine Insel von drei Quadratkilometern eine erstaunliche religiöse Dichte.
- Anfahrt
- Fähre ab Kurikadduwan, 15 Min.
- Beste Zeit
- Mai bis September
- Betten
- Keine, Tagesausflug ab Jaffna
- Für wen
- Reisende im Norden, Interesse an Religionsgeschichte
Rekawa
Südküste bei Tangalle
Ein Strand, an dem fünf Meeresschildkrötenarten ihre Eier legen, betreut von einem Rangerprogramm statt von einer Farm. Nachts geht man ohne Licht in kleinen Gruppen hinaus und wartet. Kein Anfassen, kein Blitz, keine Becken.
- Anfahrt
- 20 Min. ab Tangalle
- Beste Zeit
- Januar bis Juli, Hauptzeit April bis Juni
- Betten
- Einfache Häuser in Rekawa, sonst Tangalle
- Für wen
- Alle, die Schildkröten sehen wollen, ohne einer Farm Geld zu geben