Verenza · Marke
Das Markenzeichen muss später auf einer Messingplakette am Hoteleingang genauso funktionieren wie bei sechzehn Pixeln im Browser-Tab. Deshalb ist es so gebaut, wie es gebaut ist.
Die Idee
Das Zeichen ist eine Kompassrose mit einem V in der Mitte. Zwei Linien laufen auf einen Punkt zu, und genau das ist das Versprechen der Marke: eine Entscheidung statt vierzig Möglichkeiten. Oben auf der Fassung sitzt der Nordstern in Messinggold, der Punkt, an dem man sich ausrichtet. Der Buchstabe ist bewusst keine Strichzeichnung, sondern eine echte Antiqua-Versalie: linker Stamm kräftig, rechter Stamm haarfein, oben zwei angesetzte Serifen mit Kehlung. Dieser Strichstärkenkontrast ist das, was ein Auge als gestochen und wertig liest, und er ist der Grund, warum das Zeichen aus drei Metern Entfernung anders wirkt als aus dreißig Zentimetern. Zwischen den beiden Ringen läuft eine feine Riffelung wie am Rand einer geprägten Münze. Sie ist der Teil, den man nicht bewusst wahrnimmt und trotzdem sofort bemerkt, wenn er fehlt.
Vollfassung mit Riffelung, ab 56 Pixeln
Dieselbe Zeichnung auf Hell
Einfarbig in Messinggold, für Prägung
Mittlere und geschlossene Stufe in Originalgröße
Zeichen und Schriftzug
Farben
Vier Farben, mehr braucht es nicht. Jede hat eine Aufgabe.
Grundfarbe, Hintergrund im Dunkelmodus
Akzent, Hinweise, Handlungsknöpfe
Auszeichnung, Siegel, Rubrikzeilen
Hintergrund im Hellmodus
Schrift
Eine für Charakter, eine für Lesbarkeit, eine für Zahlen.
Überschriften
Asien, ohne Umwege
Fraunces. Eine Serifenschrift mit optischen Größen, die bei großen Graden Charakter zeigt und bei kleinen ruhig bleibt. Das Kursive ist der Gegenpol zum Fetten.
Fließtext
Welcher Strand um elf Uhr voll ist.
Karla. Offene Formen, gut lesbar auch bei langen Absätzen und kleinen Displays.
Zahlen und Rubriken
15. MAI bis 15. OKT · 500 THB
IBM Plex Mono. Für Daten, Preise und Rubrikzeilen, weil Ziffern dort gleich breit stehen und Tabellen ruhig wirken.
Ausblick
Das Siegel, auf das die ganze Marke hinarbeitet.
Entwurf. Noch an kein Haus vergeben.
So würde das Siegel aussehen. Der Ring trägt den Namen, der innere Kreis das Zeichen, der untere Bogen das Jahr der Prüfung. Alles in einer Farbe, ohne Verläufe, damit es sich prägen, ätzen und auf Glas kleben lässt.
Wichtig und nicht verhandelbar: Das Siegel existiert noch nicht. Kein Haus trägt es, keines hat es angeboten bekommen. Es wird erst vergeben, wenn ein Kriterienkatalog veröffentlicht ist und wir das Haus selbst besucht haben. Ein Siegel, das man kaufen kann, ist in dem Moment wertlos, in dem das jemand merkt.
Regeln
Damit es in zehn Jahren noch dasselbe ist.
Um das Zeichen herum bleibt mindestens die Höhe des V frei. Auf Bildern liegt es auf einer ruhigen Fläche oder bekommt eine dunkle Abstufung darunter, niemals direkt auf unruhigem Hintergrund.
Das V in der Textfarbe, der Nordstern in Messinggold. Für Prägung und einfarbige Anwendungen ist alles Gold. Niemals Verläufe im Zeichen, weil Verläufe beim Prägen und Sticken verschwinden.
Ab 56 Pixeln die Vollfassung mit Riffelung. Zwischen 24 und 56 Pixeln die mittlere Stufe ohne Riffelung, weil die feinen Striche sonst ineinanderlaufen. Unter 24 Pixeln die geschlossene Form mit kräftigerem V. Wer die Vollfassung auf ein Favicon zwingt, bekommt einen Fleck.
Verenza wird in Fraunces auf hoher optischer Größe gesetzt, Schnitt 600, Laufweite leicht geöffnet. So trägt die Schrift denselben Strichstärkenkontrast wie das V. Keine andere Schrift, keine Verzerrung, keine Umrandung.
Das runde Siegel steht ausschließlich für geprüfte Häuser. Es wird nie als Firmenlogo verwendet, sonst verliert es seine Bedeutung.
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